“Suchet der Stadt Bestes” – diese Aufforderung aus Jeremia 29 ist eingebettet in die Deportationsgeschichte des jüdischen Volkes in die babylonische Gefangenschaft. Das im Exil lebende Volk erhielt zuvor durch falsche Propheten eine falsche Prophezeiung. Dem Volk wurde darin eine baldige Rückkehr in die Heimat versprochen, und darum sollte es sich von den Babyloniern absondern und gar nicht erst im Land sesshaft werden. In diese Situation hinein kommt nun durch den Propheten Jeremia ein Wort Gottes:

Jeremia 29,5-6: “Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.”

Das Volk soll sich also nicht auf eine baldige Rückkehr sondern auf eine lange Zeit im Land der Heiden vorbereiten. Und dann kommt die bekannte Aussage:

Jeremia 29,5-6: “Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl.”

In manchen Übersetzungen steht “Suchet den Frieden der Stadt”, denn eigentlich steht da an dieser Stelle das Wort “Shalom”. Das Volk soll also aktiv den Frieden Gottes in das heidnische Babylon hinein tragen. Da sind praktische Taten und vor allem Gebet gefragt.

Die Aufforderung, der Stadt Bestes zu suchen, gilt auch uns Christen heute. Viel zu oft verhalten wir uns leider wie die falschen Propheten, und wir ziehen uns aus der Kultur und Gesellschaft zurück. Wir denken, dass wir ohnehin gerettet sind und in den Himmel kommen und meinen daher, dass wir uns nicht um unser Umfeld zu sorgen brauchen. Lassen wir uns daher wieder neu durch Jeremia herausforden, “der Stadt Bestes” zu suchen. Das können wir als Christen verstärkt tun durchs Gebet, aber auch durch praktische Taten, indem wir zum Allgemeinwohl der Gesellschaft beitragen und somit ein Zeugnis setzen für unseren wunderbaren Gott.